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08.Mai2017

Von Panama bis zum Ärmelkanal – Teil 2

Transatlantik-Kreuzfahrt mit der Crown Princess


Ein Gastbeitrag unserer Stammkundin Doris

Im Anschluss an unser Panamakanal-Abenteuer mit der Coral Princess sollte uns nun die Crown Princess über den Atlantik nach Ponta Delgada und weiter über Lissabon, Bilbao und Le Havre nach Southampton bringen.

Nach einem schönen Sailaway von Port Everglades / Fort Lauderdale bei wunderschöner Abendstimmung waren wir also zunächst sechs Tage auf offener See. Sechs Tage lang haben wir nur Wasser gesehen, niemals eine Insel, niemals die Silhouette einer Küste ... und da ist mir erst einmal so richtig bewusst geworden, von welchen unermesslich riesigen Wassermassen unsere Kontinente umgeben sind ... unvorstellbar, welche Dimensionen die Ozeane und welche Gewalt diese Wassermengen haben ... welch riesige Unterwasserwelt sich in ihnen birgt und welche Massen an Leben, das teilweise sogar noch unerforscht ist.



Ich hatte ja schon des Öfteren eine Reihe von Seetagen auf meinen diversen Kreuzfahrten, aber sechs Tage lang kein Zeichen von anderem Leben, nicht einmal ein anderes Schiff irgendwo auf dem Ozean oder am Horizont zu sehen, das war schon einzigartig. Und gestern Nachmittag habe ich zum ersten Mal wieder Vögel gesehen, ein erstes Zeichen, dass wir wieder in die Nähe von Land kommen.

Auf der langen Überfahrt haben mich immer wieder Gedanken an frühere Zeiten begleitet ... wie das wohl war, als Columbus um die Welt gesegelt ist und wochen-, ja oft monatelang kein Land, keine Insel in Sicht war. Und dann auf einmal, so wie bei uns heute früh, war da eine Insel auf der Lichter brannten, auf der ein ganz normales Leben stattfindet ... nur ganz weit weg von dem Ort, an dem man losgefahren ist. Was für ein Gefühl muss das wohl gewesen sein für die Seeleute, die oft nicht gewusst haben, ob sie jemals wieder Land erreichen werden ... oder wo sie wohl ankommen werden. Und das mit den damaligen nautischen Möglichkeiten ... heute weiß die Crew ja alles bis ins kleinste Detail. Kein Wunder, dass da ausgiebig gefeiert wurde, hatte man doch wochenlang die unbändigen Gewalten der See überlebt.

Diese Gewalten haben wir auch ein bisschen zu spüren bekommen, da während unserer Überfahrt Vollmond war, der die Gezeiten ja mächtig beeinflusst ... und das haben wir tatsächlich in höherem Seegang gemerkt. Am zweiten Tag war mir den ganzen Nachmittag mulmig, dann hat es sich wieder gelegt. Und an Tag 4 abends hat unser Captain auch wieder höheren Seegang bis zum nächsten Vormittag angekündigt ... der hat mir dann aber Gott sei Dank gar nichts mehr ausgemacht. Ansonsten hatten wir relativ ruhige See, nur einmal nachts leichten Regen ... und untertags konnte ich an drei Tagen sogar nachmittags ein zweistündiges Sonnenbad auf meinem Balkon genießen, trotz des Fahrtwindes, so schön und warm war es.



Ja, ich habe meine Kabine so gewählt, dass ich den ganzen Tag Sonne auf meinem Balkon habe. Früher, als die ersten Passagierschiffe ins 'gelobte Land' gefahren sind, die vor Allem viele Auswanderer zum neuen Kontinent geschippert haben, war das noch anders. Da die Schiffe noch keine Aircondition hatten und die Überfahrt einige Wochen dauerte, waren natürlich die Kabinen auf der Schattenseite die wahren Luxuskabinen, die auch entsprechend teuer waren. Und auf diesen Schiffen waren dann auch noch die Decks für die diversen Klassenunterschiede der Passagiere ... einerseits die riesigen Luxuskabinen, ausgestattet mit allen Schikanen, und auf der anderen Seite die Massenlager der Armen. Und jeder von ihnen hoffte auf ein neues, besseres Leben auf dem neuen Kontinent...in Amerika. Einigen von ihnen ist die Realisierung ihres Traumes auch gelungen, doch den meisten blieb sie verwehrt.

Ich musste auch des Öfteren daran denken, wie viele Menschen auf ihrem Weg in ein neues Leben umgekommen sind, weil die Schiffe der Gewalt des Meeres nicht standgehalten haben. Wie vergleichbar doch diese Schicksale von früheren Zeiten mit den Schicksalen der heutigen Flüchtlinge sind ... alle zogen sie los, um sich irgendwo ein besseres Leben aufbauen zu können ... doch viele haben es nicht einmal bis zum Beginn dieser Möglichkeit geschafft.

Bei all diesen Gedanken wird einem einmal mehr bewusst, wie gut es uns geht und welch ein sicheres Leben wir eigentlich haben. Ich denke, ich kann das für uns alle, die ihr meine Reiseberichte lest, behaupten. Und das sollten wir uns immer vor Augen halten, auch wenn wir mit unseren größeren und kleineren Alltagsproblemen konfrontiert sind.

Fortsetzung folgt.

Eure Princess Cruiserin Doris